Beim Monats-, Quartals- und Jahresabschluss fallen im Einzelabschluss
periodisch wiederkehrende Aktivitäten, wie z.B. Fremdwährungsbewertung
oder Rasterung von Forderungen/Verbindlichkeiten, an. In den
meisten Unternehmen ist dieser periodische Prozess bereits etabliert.
Nicht immer ist er aber effektiv, und vielen Verantwortlichen fehlt der
Überblick, wie weit der Jahresabschluss fortgeschritten ist, bzw. wer
wann welche Aufgabe bereits erledigt hat. Mit dem Schedule Manager in
R/3 und dem Closing Cockpit in mySAP ERP ist eine adäquate Softwareunterstützung
vorhanden, um die Abschlussprozesse effektiver zu gestalten. In vielen Unternehmen sind die Abschlussaktivitäten anhand einer
Papierliste dokumentiert und werden sprichwörtlich »abgehakt«. Je nach Unternehmensgröße ist es möglich, sich so einen Überblick zu verschaffen.
Bei kleineren Unternehmen, die ihre Finanzbuchhaltung zentral von
einem Standort steuern und wo am besten alle beteiligten Personen im
selben Büro sitzen, ist das kein Problem. Das Thema Übersicht und Effektivität
fängt bereits bei verteilten Standorten oder etwas größeren Unternehmen
an, interessant zu werden.
Gibt es vermeidbare Leerläufe zwischen den einzelnen Abschlussschritten?
Wer hat was wann zu machen? Software kann auch hier nur ein
technisches Hilfsmittel sein, um sich einen Überblick zu verschaffen und
einen Prozess noch klarer zu strukturieren. Sie ist ein Hebel, um Verbesserungspotenzial
zu erkennen, rechtzeitig zu identifizieren und ein sprichwörtliches
»böses Erwachen« im Abschlussprozess zu vermeiden.
In der Vergangenheit wurden in der SAP-Software bereits viele maschinelle
Bewertungsprogramme ausgeliefert, die einen möglichst automatisierten
und effektiven Abschlussprozess unterstützen. Nachfolgend eine
kleine Auswahl:
* Drucken von Saldenbestätigungen
* Fremdwährungsbewertung (Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren)
* Umlage/Verteilung der Gemeinkosten
* Umsatzsteuervoranmeldung über Elster
* Inventurkalkulation und Materialbewertung
* Nachbelasten Bilanz, GuV für Geschäftsbereichsbilanzen
* Rasterung von Forderungen/Verbindlichkeiten
* Umgliederung debitorische Kreditoren/kreditorische Debitoren
* Abschreibungslauf für Wirtschaftsgüter
* Saldovortrag
* Perioden schließen getrennt nach Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren
Ab dem Release R/3 4.6 gibt es mit dem Schedule Manager ein Werkzeug,
um in einer zentralen Übersicht die bisher vorhandene strukturierte
Papierliste direkt im System abzubilden und Statusmeldungen einsehbar
zu machen. Abbildung 3.2 zeigt eine Tagesübersicht im Schedule Manager.
Der Schedule Manager dient als zentraler Einstieg für folgende Tätigkeiten:
* Einplanung der betriebswirtschaftlichen Bewertungsprogramme
* Einplanung der technischen Schnittstellenprogramme
* Hinterlegung von Dokumenten
* Start von Workflows
Damit werden folgende Ziele verfolgt:
* Abhängigkeiten erkennen
* zeitliche Leerläufevermeiden
* jederzeit einen Überblick zu haben, wer was wann macht
Im Release mySAP ERP 2004 hat man die Funktionalitäten des Schedule
Manager erweitert und dieser neuen Transaktion einen neuen Namen
gegeben: Closing Cockpit. Abbildung 3.3 zeigt ein Gantt-Diagramm, mit
dem man die Abschlussaktivitäten grafisch angezeigt bekommt. Die
Ampelfarben Rot, Gelb und Grün unterstützen hier schnelle Reaktionen
gerade bei großen und komplexen Abschlussprozessen. Ein eingezeichneter
kritischer Pfad hilft zusätzlich, Engpässe zu erkennen. Die Aufgabenliste
ist darüber hinaus geprägt durch die bekannten Organisationseinheiten
Buchungskreis und Kostenrechungskreis. Bereits für den Schedule
Manager entworfene Aufgabenlisten können in das Closing Cockpit
importiert werden.
Insgesamt kann man sagen, dass die SAP-Erweiterungen gerade bei großen
Unternehmen mit komplexen Abschlussprozessen einen weiteren
Mehrwert darstellen.
Martin Strohmeier und Jörg Siebert I Quelle: SAP PRESS Buch mySAP ERP Financials"