Bei der Integration von Personen sollen die SAP-Anwender noch besser
als bisher mit dem System interagieren. Ziel ist es, die Effektivität der
Benutzer zu erhöhen und damit einen Mehrwert zu schaffen.
Um heute auf die R/3-Applikationen Zugriff zu erhalten, ist es i.d.R. notwendig,
auf dem PC des Anwenders das SAP GUI (Graphical User Interface)
zu installieren. Anhand der »blauen Oberfläche« und des SAP-Menübaums
ist in R/3 der Zugriff auf unterschiedliche Transaktionen
strukturiert. Über Rollen werden Benutzerrechte verwaltet, mit Favoriten
wird ein schnelles Aufrufen von Routinearbeiten erleichtert. In mySAP
ERP wird diese gewohnte Oberfläche im Rahmen des Investitionsschutzes
ebenfalls mit ausgeliefert.
Alternative GUIs wie z.B. ein SAP Enterprise Portal, Microsoft-Office-
Integration und Mobile Communication kommen dazu.
Jeder mySAP ERP-Kunde erhält im Rahmen der neuen technologischen
Infrastruktur das SAP-Portal und kann dieses optional installieren. Im
Gegensatz zur »blauen« R/3-Oberfläche, die individuell installiert werden
muss, basiert das Portal auf einem Browser, i.d.R. dem Internet Explorer,
der zusammen mit dem Betriebssystem allgemein verfügbar ist. Ein
Aspekt, der besonders bei weltweiten Installationen und Zugriffsmöglichkeiten
nicht zu unterschätzen ist. R/3-Transaktionen können auch durch
ein Portal wieder verwendet bzw. weltweit verfügbar gemacht werden.
Das Portal kann Sie mit einem Single Sign-on (SSO) gleichzeitig und ohne,
dass Sie es merken, in beliebig vielen Systemen anmelden. Für die
Anmeldung ist somit nur noch ein Passwort notwendig – anstatt eine
unter Umständen beträchtliche Anzahl, wie es zuvor der Fall war. In
Zukunft wird der Zugriff auf das SAP-System zunehmend über das Portal
erfolgen. Alle zur täglichen Arbeit benötigten Funktionen und Informationen
stehen auf einen Blick zur Verfügung stehen – unabhängig davon,
ob es sich um mehrere SAP- oder sogar Nicht-SAP-Systeme handelt.
Die grafische Aufbereitung von Berichtsdaten macht die zur Verfügung
stehenden Informationen direkt sichtbar. Ausnahmen und Abweichungen
(Exception Handling) können Ihnen als Benutzer in Form von Meldungen
Handlungsbedarf signalisieren.
In Abbildung 1.10 ist zu erkennen, dass der Computerumsatz gegenüber
der Planung stark gefallen ist. Diese zuvor definierte Ausnahmeregelung,
vielleicht 5% Abweichung, führt zu einer Nachricht auf der Übersichtsseite
des Verantwortlichen. Dieser kann aus der Nachricht direkt in den
zugrunde liegenden Bericht verzweigen. Zu den einzelnen Kunden bzw.
Umsätzen sind zusätzliche erklärende Dokumente (Verträge, Notizen)
hinterlegt. Benutzer ohne Portal können mittels einer periodisch verschickten
E-Mail (Broadcasting) mit Informationen versorgt werden.
Das SAP-Portal ist nicht nur die Darstellungsmöglichkeit zur Integration
von Informationen, sondern auch für die Prozessintegration. Die in
Abschnitt 1.1 angesprochenen neuen Prozesse Kostenstellenumbuchung,
Anlageninventur oder Easy Cost Planning finden sich wieder unter der
Rubrik Employee oder Manager Self Services, wo sich einzelne neue Prozesse
nach und nach implementieren und freischalten lassen.
Vordefinierte Sets von Dashboards und Work Center werden basierend
auf der Portaltechnologie und verschiedenen betriebswirtschaftlichen
Anforderungen ausgeliefert. Das Work Center für den Credit Manager
basiert teilweise auf vorhandenen R/3-Transaktionen, BW-Berichten und
neuen mit Portaltechnologie erstellten Arbeitslisten. Die erweiterte Infrastruktur
wird notwendig für die betriebswirtschaftlichen Applikationen.
Unabhängig davon, in welchem System die Informationen und Prozesse
abgelegt sind, bietet das Portal eine Möglichkeit, den Benutzer mit einer
einzigen Anmeldung mittels Browser effizienter und flexibler als bisher
mit der Software interagieren zu lassen.
Martin Strohmeier und Jörg Siebert I Quelle: SAP PRESS Buch mySAP ERP Financials"