Das Migrations-Cockpit der SAP ist bei diesen systeminternen Migrationsverfahren wesentlicher Bestandteil der angebotenen Services und Dienstleistungen. Man unterscheidet folgende Projektphasen:
Zunächst stellte sich dem Projektteam die Frage nach der optimalen Datenüberleitung vom klassischen Altsystem zum neu installierten „neue Hauptbuch“-System. Im Vergleich zu den integrierten Migrationsszenarien wurden hierbei zusätzliche Datenobjekt-Migrationen notwendig. Außerdem wurden Formatierungen, Konvertierungen und Validierungen während der Phase der parallelen Datenüberleitung bis zur vollständigen Ablösung des klassischen Systems notwendig. Der fließende Übergang setzte die rollierende Übertragung im Deltaverfahren voraus, womit in Summe hohe Anforderungen an die Datenüberleitungs-Tools gestellt wurden.
Erprobte flexible auf einheitlichen SAP-Standards aufbauende Methoden- und Verfahren wurden deshalb zu einem nun praxiserprobten und mächtigen Lösungsansatz insbesondere für die Durchführung von SAP Standardisierungs-, Harmonisierungs- und Konsolidierungsvorhaben zusammengestellt. Basis der Lösung ist der Datenaustausch zwischen Altsystem und neuem GreenField-System mit Hilfe standardisierter IDOC-Datenobjekte. Hierbei wurden bestehende ALE-Szenarien verwendet aber auch zusätzliche Entwicklungen durchgeführt, die nun als Gesamt-Paket oder Einzelszenarien verfügbar sind.
Belegmigration im Rahmen des Green-Field-Ansatzes
Im Gegensatz zum Phasenmodell der serviceorientierten Migration durch die SAP Standardszenarien wurde bei dem aufgezeigten Verfahren die Aufteilung in die 3 Migrations-Projektphasen verbunden mit weiteren Vorprojekt-Phasen zum Releasewechsel und der Kontenplanumstellung nicht verwendet. Statt dessen wurden Belege aus dem Altsystem per IDOC übergeleitet und durchlaufen dadurch je nach Bedarf die Validierungs-, Belegsplitt- und Belegableitungsverfahren des neues Hauptbuches im GreenField-System.
Auf ihrem Weg vom Altsystem zum GreenField-System können die „Altbelege“ beispielsweise mit Hilfe von
* EAI-Konverter (z.b. SAP PI)
oder innerhalb des Zielsystemes durch Regeln in
* ALE-Regelbaustein oder des
* SAP Business Rule Framework
angepasst/konvertiert werden (Beispielsweise Durchführung von Kontenplan-, Buchungskreismapping, bzw. Lieferanten- / Kundennummerumsetzung). Belegaufteilungen erfolgen dann innerhalb der Verbuchung im Green-Field-System. Vorteil dieses Verfahrens, welches für Stamm- und Bewegungsdaten angewendet wurde, ist die Möglichkeit, im Delta-Verfahren Veränderungen im Altsystem automatisch an das Green-Field-System zu übertragen. Beispielsweise wurden Jahresabschluss-buchungen im Altsystem im Rahmen des automatisierten Deltaverfahrens an das GreenField-System übertragen.
Die Validierungs-, Substitutions- und Ableitungsverfahren des neuen Hauptbuches werden dabei beachtet. Voraussetzung für die mögliche Belegaufteilung ist jedoch, dass die Informationen für den durchzuführenden Belegsplitt und die Ableitungsverfahren für weitere Dimensionen übergeben oder im Rahmen der EAI-Konvertierung ermittelt werden können. Beispielsweise muss der Altsystembeleg spätestens nach der EAI-Konvertierung über Segment- und/oder Profit-Center-Informationen verfügen, wenn diese als Belegsplittkiriterium benötigt werden. Salden- und offene Posten des Altsystems konnten mit Hilfe des Extraktors beliebig von IDOC‘s an das GreenField-System übertragen werden. Das entwickelte Standardverfahren sieht vor, dass die Datenextraktion für Saldenübergaben aus der Profit-Center-Rechnung entnommen wird. Sollte dies nicht möglich sein, so kann ein notwendiger Belegsplitt mithilfe eines SAP-Anreicherungsbaustein (BAdI: EnrichOldItem) verwendet werden.
Da im vorgestellten Projekt jedoch auch für diese Migrationsobjekte die Notwendigkeit der Harmonisierung und Konsolidierung bestand, wurde der vermeintliche Nachteil der zusätzlichen Migration in Kauf genommen. Prozessoptimierungen in Verbindung mit der Greenfield-Einführung konnten parallel zum Altsystembetrieb ohne Restriktionen ausgiebig analysiert, getestet und überprüft werden.